Er steht zwar nicht im Rampenlicht wie andere. Doch Valdir "Didi" Pereira ist für die Selecao Ende der 50er-Jahre genauso wichtig. Der Regisseur ist der Kopf der Mannschaft; einer, der das System des Trainers in all seinen Facetten begreift und umsetzt. Die Brasilianer revolutionieren mit ihrem 4-2-4-System den Weltfußball, und Pereira ist der Puffer im Mittelfeld. Wenn seine Kameraden nachlassen, ist er da. Motto: "Didi macht das schon". Und das tut er tatsächlich, auf dem Feld und außerhalb.
Der gertenschlanke Stratege nimmt sich eines gewissen Pelé an, dessen Stern in Schweden aufgeht. Der 17-Jährige bekommt sogar das Einmaleins des Tischfußballs beigebracht - auch das gehört zu den Aufgaben von Lehrmeister Didi. Kein Wunder, dass die Südamerikaner mit all diesen Ballzauberern nicht zu stoppen sind. Brasilien schlägt im Finale Gastgeber Schweden 5:2, holt damit seinen ersten WM-Titel und wird enthusiastisch gefeiert.
Die Schweden lassen in der Vorrunde Ungarn hinter sich, schalten im Viertelfinale die UdSSR aus, bevor sie im Halbfinale auf Deutschland treffen. Die Herberger-Elf verliert erst Juskowiak durch Platzverweis wegen Nachtretens - und schließlich auch das Spiel 1:3. Beim amtierenden Weltmeister gibt übrigens ein Jungspund namens Uwe Seeler sein WM-Debüt. Mit zwei Treffern verewigt er sich in den Turnier-Annalen.
Treffsicherer als Seeler sind im deutschen Team Hans Schäfer mit drei und Helmut Rahn mit sechs Toren. Doch auch sie stehen im Schatten eines Torjägers, dessen Marke bis heute steht. Der Franzose Just Fontaine markiert 13 Treffer. Im Halbfinale gegen Brasilien sind die Franzosen trotz "Monsieur Dynamite" chancenlos und verlieren 2:5. Den Frust über die Niederlage bekommt Deutschland im Spiel um Platz drei zu spüren. Frankreich gewinnt 6:3, Fontaine schießt dabei seine Treffer elf, zwölf und 13.
Vor der WM 1958 wurden die brasilianischen Auswahlspieler auf Herz und Nieren geprüft. Ergebnis: 33 Kickern wurde ein geradezu elendiger Gesundheitszustand attestiert. Die meisten litten an Unterernährung, Blutarmut, Würmern und Zahnproblemen. Mental stufte der Soziologe Joao Carvalhaes Pelé als "infantil" und Garrincha als "debil" ein - und riet von deren WM-Teilnahme ab!
| Mannschaft1 | Mannschaft2 | Ergebnis |
|---|---|---|
| Quelle: sport.ard.de | ||
Brasilien gegen |
Schweden |
5 : 2 |
Frankreich gegen |
Deutschland |
6 : 3 |
Schweden gegen |
Deutschland |
3 : 1 |
Brasilien gegen |
Frankreich |
5 : 2 |
Deutschland gegen |
Jugoslawien |
1 : 0 |
Schweden gegen |
Sowjetunion |
2 : 0 |
Frankreich gegen |
Nordirland |
4 : 0 |
Brasilien gegen |
Wales |
1 : 0 |
| Spiele | 35 |
|---|---|
| Tore gesamt | 126 |
| Toreschnitt | 3,6 |
| Platzverweise | 3 |
| Zuschauer gesamt | 868.000 |
| Zuschauerschnitt | 24.800 |
| Stadien | 12 |

Gedenkteller zur WM 1958 mit dem Bild des Torschützenkönigs Just Fontaine.