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18.03.2010 | 05:35 Uhr
Südkorea besiegt Togo in Gruppe G mit 2:1
Von Hartmut Bick
Im bisher schwächsten Spiel dieser Weltmeisterschaft hat Südkorea beim 2:1-Erfolg über Neuling Togo einen Fehlstart nur knapp vermieden. Der Weltmeisterschafts-Vierte von 2002 tat sich lange Zeit schwer gegen die Afrikaner. Knackpunkt der Partie war ein Platzverweis gegen Togo in der 53. Minute.
Desorientiert: Südkoreas Soo Chun Lee im Zweikampf mit Togos Tchangai
Noch in der Halbzeitpause hatte ARD-Experte Günter Netzer konstatiert: "Die Togolesen sind die Besseren der Schlechten". Diese Aussage war ab der 53. Minute Makulatur, als Togos schon verwarnter Abwehrchef Jean-Paul Abalo "Gelb-Rot" nach einem Foul an Ji Sung Park an der Strafraumgrenze sah. Doppelt bitter für die Afrikaner: Den anschließenden Freistoß versenkte Chun Soo Lee in der linken oberen Ecke zum 1:1-Ausgleich.
Obwohl die tapfer kämpfenden Togolesen sich gegen die drohende Niederlage aufbäumten und durch Moustapha Salifou in der 63. und 65. Minute zwei gute Gelegenheiten zur Führung hatten - am Ende reichten die Kräfte nicht, mit zehn Spielern das Unmögliche zu erreichen.
Letztlich setzten sich die frischeren Südkoreaner mit ihrer besseren Physis durch. Ein Duisburger versetzte den vom deutschen Otto Pfister trainierten Togolesen den entscheidenden Treffer: Jung Hwan Ahn ließ mit einer kurzen Drehung die togolesische Abwehr aussteigen und versenkte das Leder in der linken Ecke (72. Minute). Eine sehr schöne Aktion und die Entscheidung gegen die jetzt stark abbauenden Togolesen. Die jetzt aus einer verstärkten Defensive heraus agierenden Südkoreaner ließen in der turbulenten Schlussphase nur noch wenige Chancen Togos zu.
Sehr pragmatisch fiel die kurze Analyse des südkoreanischen Trainers Dick Advocaat aus: "Wenn man das erste Spiel gewinnt, ist man fast schon weiter, auch wenn es heute kein gutes Spiel war."
Sehr zufrieden mit der Leistung seines Teams zeigte sich Togos Trainer Otto Pfister: "Im Spiel war kein Unterschied zwischen beiden Mannschaften zu sehen. Wir hatten die schnellen Koreaner gut im Griff, uns Chancen erarbeitet und verdient das 1:0 erzielt. Nach der Gelb-Roten Karte und dem Gegentreffer war es allerdings schwer. Dennoch haben wir uns gut präsentiert."
Die Turbulenzen beim WM-Neuling Togo waren auch vor der Auftaktpartie der Gruppe G nicht abgerissen. Zunächst ging das Chaos um die Besetzung des Trainerpostens weiter. Wenige Stunden vor dem Anpfiff machten Informationen die Runde, wonach Togos deutscher Trainer Otto Pfister die Afrikaner zumindest im ersten Spiel doch nicht coachen würde. Als klar war: Pfister sitzt auf der Bank, wurde vor der WM-Partie im Frankfurter Stadion zunächst zweimal die Nationalhymne Südkoreas gespielt. Die ebenfalls auf der Tribüne sitzende südkoreanische Premierministerin Han Myeong Sook wirds gefreut haben. Immerhin wurde die Panne nach wenigen Momenten bemerkt und so kam Togo dann doch zu seiner Hymne.
Das wars dann aber auch erst einmal mit den Missgeschicken für Togo. Denn überraschend verkauften sich die "Epervier" (Sperber) in der Anfangsphase der Partie nicht schlecht. Mangels Präzision fanden die "Roten Teufel" aus Südkorea nicht zu ihrem typischen, schnellen Angriffsspiel. Togo konzentrierte seine Offensivbemühungen wie erwartet auf Super-Stürmer Emmanuel Adebayor , der sein Team mit elf Treffern quasi im Alleingang zur WM geschossen hatte.
Andere Spieler hatten die Koreaner scheinbar nicht auf der Torschützen-Rechnung. Ein Fehler, wie sich in Minute 31 zeigte: Die südkoreanische Abwehr sprach an Mohammed Kader die Einladung zum freien Durchlaufen aus. Kader nahm diese gerne an und vollendete aus 18 Metern mit einem platzierten Flachschuss in die linke untere Ecke.
Obwohl nach dem Gegentreffer aktiver, gelang es dem Team des Ex-Gladbacher Trainers Dick Advocaat nicht, für Gefahr vor dem togoischen Tor zu sorgen. Die einzige größere Chance in diesem ersten Durchgang hatte Togo bei einem Freistoß des Torschützen Kader, den Lee Woon-Jae mit großer Mühe abwehren konnte.
Stand: 13.06.2006, 17:50 Uhr
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