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Vorwürfe gegen Wintersportler
Doping-Verdacht bislang nicht bestätigt
Der österreichische Doping-Chef-Ermittler Arnold Riebenbauer hat in der Affäre um die Blutbank in Wien den Doping-Verdacht gegen deutsche Wintersportler bislang nicht bestätigt.
Der Doping-Verdacht gegen Wintersportler hat sich nicht erhärtet.
"Zu deutschen Wintersportlern kann ich keine Auskunft geben. Nach meinen Informationen sind neben Radsportlern auch Leichtathleten betroffen", sagte Riebenbauer. Der Kärntner Richter war nach dem österreichischen Doping-Skandal bei den Olympischen Spielen in Turin mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt worden.
Nach ARD-Informationen sollen mindestens 30 Sportler die Dienste der Wiener Blutbank genutzt haben, zwei Drittel der Athleten komme nach Angaben des Senders aus Deutschland. Anhaltspunkte dafür, dass der Deutsche Ski-Verband eine aktive Rolle in der Blutbank-Affäre gespielt hat, gibt es nach ARD-Angaben nicht. "Es gibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Veranlassung anzunehmen, dass der DSV Blutdoping von Sportlern unterstützt, geschweige denn, Athleten selbst nach Wien geschickt hat", erklärte ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt. Doch er stellt klar: "Es geht wohl eher um zurückliegende Fälle."
Auch DSV hat keine Hinweise
Auch dem DSV selbst liegen keine konkreten Informationen über eine mögliche Verwicklung seiner Athleten vor. Der Verband teilte mit, dass es weder Hinweise, Namen noch sonstige Anhaltspunkte gebe, die diese pauschalen Vorwürfe bestätigen würden. Dies hätten auch die Welt-Antidopingagentur WADA und die Nationale Antidopingagentur NADA bestätigt. "Wir gehen bis zum heutigen Tag davon aus, dass keine DSV-Athleten betroffen sind", sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann im Bayerischen Rundfunk. Der Verband fordert nun die Nennung von Namen, sofern diese vorliegen sollten. "Wenn es schwarze Schafe gibt, müssen sie benannt werden", erklärte Langlauf Bundestrainer Jochen Behle und warnte vor "Pauschalverurteilungen".
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) forderte ebenfalls eine rasche Aufklärung. "Ich habe die Gerüchte mit großer Sorge gehört. Diese Entwicklung ist für den Sport wahnsinnig problematisch. Ich hoffe, dass alle, die zur Aufklärung dieses Falles beitragen können, also die WADA, die österreichischen Behörden und die Sportverbände, dieses so schnell wie möglich tun", sagte Schäuble. Sein Ministerium nahm unterdessen Kontakt mit der österreichischen Regierung auf, um nähere Informationen über die Wiener Blutbank-Affäre zu erhalten.
Ähnlich äußerte sich auch Peter Danckert ( SPD), der Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages. "Denn es ist bei aller Skepsis gegenüber bestimmten Sportarten nicht gut, dass jetzt wieder Athleten von uns pauschal in Verdacht geraten und sich gar nicht dagegen wehren können. Von daher plädiere ich sehr stark dafür, dass wir aus Gerüchten Fakten machen", erklärte der SPD-Politiker. Der pauschale Verdacht gegen Spitzen-Biathleten aus Deutschland sei "nicht gerechtfertigt".
Bach will schnelle Aufklärung
Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) haben sich in die Affäre eingeschaltet. IOC-Vize und DOSB-Chef Thomas Bach kündigte in Absprache mit IOC-Präsident Jacques Rogge ein Schreiben an den österreichischen Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka mit der dringenden Bitte um "möglichst schnelle Aufklärung" an. Das gleiche Ersuchen wurde von DOSB-Seite gestellt. "Wir brauchen Fakten, wenn es sie gibt", sagte Bach. "Von IOC-Seite wollen wir die Namen der Athleten wissen, falls sie bekannt sind, die in den Unterlagen des Labors verzeichnet sind. Von DOSB-Seite wollen wir wissen, ob deutsche Sportler betroffen sind." An der "Null-Toleranz-Politik" von IOC und DOSB könne es keinen Zweifel geben.
dpa/sid | Stand: 16.01.2008, 17:48
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