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Eisschnelllauf
Auftakt der Deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften
Wolf flitzt Friesinger davon
Weltmeisterin Jenny Wolf hat zum Auftakt der Deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften in Erfurt das Prestigeduell gegen Anni Friesinger für sich entschieden und ihren insgesamt achten nationalen Titel erkämpft.
Kaputt, aber glücklich: Jenny Wolf winkt nach ihrem Sieg.
In glänzenden 38,16 verpasste die 28 Jahre alte Weltrekordlerin aus Berlin den Bahnrekord der Weißrussin Anzhelika Kotjuga zunächst nur um 24/100 Sekunden und ließ im zweiten Rennen 38,48 Sekunden wiederum die schnellste Zeit folgen. "Der Angang bei 100 Meter war im ersten Lauf klasse, alles andere war normal", meinte die erst am Abend zuvor zur "Eisschnellläuferin des Jahres" gekürte Literaturstudentin zu ihrem zweiten 500-Meter-Titel nach 2006.
Explosivität fehlt noch
Damit knüpfte sie nahtlos an die hervorragenden Zeiten bei Testrennen an, bei denen sie in Inzell in 38,25 Sekunden den Freiluft-Weltrekord egalisiert hatte. Titelverteidigerin Anni Friesinger blieb im ersten Lauf in 39,12 Sekunden fast eine Sekunde hinter der Favoritin. "Es ging schon viel besser als zuletzt in Inzell, immerhin bin ich eine halbe Sekunde schneller gewesen. Aber die Explosivität fehlt noch", sagte sie. Auf den zweiten Durchgang verzichtete die Bayerin, um Kräfte zu sparen. "Schneller wäre es bestimmt nicht gegangen. Lieber laufe ich dann eine gute Zeit über 1500 Meter", kündigte die Weltmeisterin im Sprint-Vierkampf an.
Schubert war begeistert
Trainer Thomas Schubert war von Jenny Wolfs Leistung begeistert. "Ich staune, wie sie das gemeistert hat. Zuvor war sie nach dem harten Training in einem kleinen Stimmungstief, alle Knochen taten ihr weh. Das war wirklich wieder eine runde Sache", lobte der Berliner. "Die ersten 100 Meter sind ein Pfund, mit dem sie wuchern kann." Im zweiten Durchgang war der Angang mit 10,9 Sekunden rund eine halbe Sekunde langsamer als zum Auftakt, doch war ihr Sieg jederzeit ungefährdet.
Hahn und Weber vorn
Bei den Herren verteidigte Friesingers Trainingsgefährte Anton Hahn aus Erfurt in 36,12 und 36,45 Sekunden seinen 500-Meter-Titel. Er wies damit seine Befähigung nach, zum Weltcup-Auftakt in Salt Lake City mit dabei zu sein. Zum dritten Mal 5000-Meter-Meister wurde in Abwesenheit von Titelverteidiger Tobias Schneider der Chemnitzer Marco Weber in guten 6:31,32 Minuten. Schneider leidet noch unter den Folgen eines Unfalls, bei dem er im Radtraining von einer Autofahrerin angefahren wurde und Prellungen an Hüfte und Schulter erlitt. Über 3000 Meter holte sich Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz- Thoms in 4:11,22 Minuten ihren zweiten Titel. In Abwesenheit von Claudia Pechstein, die mit ihrer norwegischen Trainingsgruppe bereits in Salt Lake City weilt, bezwang die 32-jährige Erfurterin auf ihrer Hausbahn die Berlinerin Lucille Opitz (4:16,46) deutlich.
Stand: 26.10.2007, 22:43
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