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09.02.2010 | 19.05 Uhr

Beachvolleyball

Beachvolleyball-Hoffnungsträgerinnen Holtwick/Semmler

Auf dem Sprung an die Spitze

Von Jürgen Bröker

Katrin Holtwick und Ilka Semmler verkörpern die Zukunft im deutschen Beachvolleyball. Nach einer langen Vorbereitung starten sie jetzt in die aktuelle Saison.

Katrin Holtwick, Ilka Semmler, Beachvolleyball; Rechte: Celebration Promotion / Hoch Zwei Lupe groß

Katrin Holtwick und Ilka Semmler

Endlich geht es los. Saisonstart. Die Zeit der Trainingslager und Schinderei ist vorbei. Ab jetzt geht es für das Beachvolleyball-Duo Katrin Holtwick und Ilka Semmler wieder um richtige Punkte. "Wir wissen, wo wir leistungsmäßig am Ende der vergangenen Saison gestanden haben, und haben eine Ahnung davon, wo wir jetzt stehen", sagt Katrin Holtwick.

Aber es ist eben nur eine Ahnung. Sie wollen Gewissheit. Seit November arbeiten die beiden gemeinsam mit ihrem Headcoach Andreas Künkler auf ihren Saisonauftakt am Mittwoch (29.04.09) in Shanghai hin. Unzählige Einheiten Athletik, Taktik und Technik stecken in ihren Knochen. "Wir haben uns sehr gut vorbereitet. Eigentlich ist alles nach Plan verlaufen", sagt Holtwick.

Projekt London 2012

So wie die gesamte Karriere des jungen Sanddoppels. Holtwick ist 25 Jahre, Ilka Semmler ist 23 Jahre jung. Seit 2006 spielen die beiden gemeinsam im Sand. Den Plan dazu haben sie während der Deutschen Meisterschaften ein Jahr zuvor am Timmendorfer Strand gefasst. Damals spielten sie noch in unterschiedlichen Teams. Initiator war der Trainer Andreas Künkler. "Holtwick/Semmler ist ein lang inszeniertes Projekt", sagt er. Mit einem klar formulierten Ziel. "Wir wollen 2012 in London dabei sein und erfolgreich spielen", sagt Künkler.

Die Voraussetzungen bringen seine beiden Schützlinge mit, davon ist der Trainer überzeugt. Künkler schätzt vor allem ihren Charakter und die Einstellung. "Beide sind wirklich bereit Leistungssport zu treiben", sagt er. Holtwick/Semmler verfügen über eine hervorragende Grundlagenausbildung und haben ideale Voraussetzungen für eine Spezialisierung auf Sand.

Spezialisierung im Sand

Ilka Semmler, Beachvolleyball; Rechte: Celebration Promotion / Hoch Zwei

Stark am Netz: Ilka Semmler

Vorne am Netz spielt die mit 1,83 Meter groß gewachsene Semmler. "Sie hat eine super Höhe über dem Netz", sagt Künkler. Das ist wichtig für den Block, aber auch für einen guten Angriffsschlag. Hinten im Feld soll die agile Holtwick mit ihrem guten Überblick die Bälle retten.

Diese Arbeitsteilung hat schon in der vergangenen Saison gut funktioniert. Trotz einer längerfristigen Verletzung von Katrin Holtwick hat sich das Team auf Platz 19 der Weltrangliste hochgearbeitet. In der deutschen Rangliste belegen sie Platz 3. Damit konnte auch der Deutsche Volleyball-Verband nicht mehr an dem Essener Duo vorbei und beförderte es zum Nationalteam. Das bringt einige Vorteile mit sich. Bei großen Turnieren steht ihnen nun ein Physiotherapeut des Verbands zur Verfügung. Hinzu kommt natürlich noch die finanzielle Unterstützung, die eine weitere Professionalisierung erleichtert.

Athletik und Aggressivität

Die haben Holtwick/Semmler in den vergangenen Jahren schon vorangetrieben und ihr gesamtes Umfeld professionell strukturiert: mit Sponsoren und ein Trainerteam mit Athletik- und Balltrainern. Hinzu kommt ein Sportpsychologe, der die beiden Spielerinnen mental auf Situationen mit großem Druck vorbereiten soll. Die wird es in diesem Jahr mit Sicherheit geben. Es gilt, Weltranglisten-Punkte zu verteidigen. Außerdem haben sich Holtwick/Semmler selbst große Ziele gesetzt. "Wir wollen unter die Top 15 der Welt", sagt Holtwick. Und endlich einen Treppchen-Platz bei den Deutschen Meisterschaften.

Um ihre Ziele zu erreichen, haben Team und Chef-Trainer eine Art internen Vertrag abgeschlossen. Darin sei als Grundlage vereinbart, "dass wir unser Spiel an die Standards der Weltspitze der Männer anpassen wollen", sagt Künkler. Aggressivität und Athletik haben höchste Priorität. Wie weit die beiden damit gekommen sind, können sie bei den zahlreichen Turnieren unter Beweis stellen. Sie werden auf der Welt- und Europaserie unterwegs sein, aber auch in Deutschland spielen.

WM als große Bewährungsprobe

Und dann sind da noch die Ende Juni 2009 beginnenden Weltmeisterschaften im norwegischen Stavanger. "Zunächst einmal bin ich froh, dass sich die beiden für die Weltmeisterschaft bei den Seniorinnen qualifiziert haben", sagt Künkler. Es wird die erste WM der beiden auf diesem Niveau. Sie sollen Flair und Atmosphäre aufsaugen, lernen für die nächsten Jahre. Zumal der Modus ein anderer sein wird, als sie ihn von den sonstigen Turnieren gewohnt sind. Zum ersten Mal gibt es nur ein Spiel innerhalb von zwei Tagen. "Sonst haben wir oft drei oder vier Spiele an einem Tag", sagt Holtwick. Da kann man schneller auf ein verpatztes Spiel reagieren und eine Niederlage vergessen machen. Bei der WM werden sie nach einem möglichen Rückschlag einen ganzen Tag Zeit haben, um über ihre Fehler nachzudenken. "Das ist eine ganz neue Situation", sagt Künkler. Aber es ist der Modus, wie er auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London gespielt wird. Und da will er mit seinem Team ja schließlich hin.

Stand: 28.04.2009, 08:00

 

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