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Mängelliste an Olympisches Komitee übergeben
Mängel bei Anti-Doping-Kampf in Peking
Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zahlreiche Mängel im Anti-Doping-Kampf während der Spiele in Peking vorgehalten.
Zu 300 Dopingproben aus Peking fehlen die Unterlagen.
In einem von zwölf unabhängige Beobachtern der WADA erstellten 50-seitigen Bericht wird unter anderem kritisiert, dass 102 der 205 Nationalen Olympischen Komitees (NOK) die Aufenthaltsorte ihrer Athleten während der gesamten Dauer der Spiele nicht angegeben haben. Unangekündigte Kontrollen waren dadurch in vielen Fällen kaum möglich. Außerdem fehlen zu 300 von 4.770 Dopingproben Unterlagen.
100 zweifelhafte Testosteron-Werte und 40 weitere bedenkliche Werte seien zudem nicht als auffällig gemeldet worden. Darüber hinaus bemängelten die Experten, sie seien nicht zu allen Sitzungen der Medizinischen Kommission des IOC zugelassen gewesen. Auch die Beteiligung der 28 olympischen Sommersportverbänden am vorolympischen so genannten Blutscreening, mit dem Auffälligkeiten im Athletenkörper durch Doping festgestellt werden kann, war äußerst gering: Nur die vier Weltverbände der Leichtathleten, Radfahrer, Ruderer und Modernen Fünfkämpfer beteiligten sich daran.
IOC kündigt nachträgliche Tests an
Unterdessen hat das IOC angekündigt, die Dopingproben der Spiele von Peking nachträglich auch auf Spuren von Insulin untersuchen zu lassen. "Außer auf CERA werden wir auch auf Insulin testen, weil es auch dort ein neues validiertes Verfahren gibt", sagte IOC-Vizepräsident Thomas Bach in einem Fernseh-Interview. Das verbotene synthetische Insulin gilt als eines der wohl derzeit gebräuchlichsten Dopingmittel und kann seit kurzem mit einem vom Kölner Anti-Doping-Labor entwickelten Urintest nachgewiesen werden. Mit Insulin können Sportler die Glukoseaufnahme der Muskeln deutlich verbessern.
Bereits am vergangenen Mittwoch (08.10.2008) hatte das IOC bereits angekündigt, die rund 1.000 Blutproben von Peking auf das zuvor nicht nachweisbare Blutdopingmittel CERA nachzuuntersuchen. Dabei soll die neue Untersuchungsmethode eingesetzt werden, die auch zur Überführung der beiden Radprofis Stefan Schumacher und des Italieners Leonardo Piepoli führte. Die Nachtests seien ein weiterer Beweis der Entschlossenheit des IOC im Kampf gegen Doping, sagte Bach.
sid/dpa | Stand: 12.10.2008, 14:13
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