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Schwimmen
Deutsche Schwimm-Meisterschaften in Berlin
Poewe und Meeuw begeistern
Helge Meeuw und Sarah Poewe mit Europarekorden sowie Paul Biedermann mit nationaler Bestmarke haben Deutschlands Schwimmer bei der nationalen Meisterschaft und Olympia-Qualifikation in Berlin ein Stück aus der Krise und wieder näher an die Weltelite geführt.
Will noch besser werden: Helge Meeuw.
Weitere Tickets für Olympia in Peking sicherten sich Thomas Rupprath, Steffen Deibler und Sonja Schöber. Antje Buschschulte verpasste hingegen auch die Norm über 100 m Rücken und muss damit immer mehr um ihre vierte Olympia-Teilnahme bangen. Einen Rückschlag gab es zudem für Vize-Weltmeisterin Annika Lurz, die über 400 m Freistil knapp über der Richtzeit blieb.
Für die Höhepunkte sorgten Meeuw und Poewe. Meeuw kündigte mit Blick auf Peking sogar noch einen weiteren Sprung an. "Ich bin immer noch nicht da, wo ich hin kann", sagte der Frankfurter, der über 100 m Rücken in 53,10 Sekunden seinen eigenen Europarekord um 36 Hundertstelsekunden verbesserte. Als Zweiter schaffte auch der Rostocker Rupprath (54,16) die Norm für Peking.
Poleska verpasst Qualifikation
Stark geschwommen: Sarah Poewe.
Poewe war von ihrem Rekord über 100 m Brust selbst überrascht. "Das ist ein absoluter Hammer", meinte die Wuppertalerin, die die gemeinsame Bestmarke von Emma Igelstroem (Schweden) und Anna Chlistunowa (Ukraine) in 1:07,10 Minuten um 17 Hundertstelsekunden unterbot. Während sich auch die Dortmunderin Sonja Schöber (1:08,17) als Zweite für Peking qualifizierte, blieb Wahl-Amerikanerin Anne Poleska (1:09,13) als Fünfte ebenso auf der Strecke wie 50-m-Europameisterin Janne Schäfer aus Wolfsburg (1:09,45) auf Rang sechs. Poleska, Olympia-Dritte in Athen, kann ihr Ticket aber noch über 200 m lösen.
Paul Biedermann verbesserte über 200 m Freistil in 1:46,37 Minuten seinen Rekord vom EM-Triumph in Eindhoven nochmal um 22 Hundertstelsekunden und gab in der Diskussion um die Wettkampfanzüge anschließend ein klares Bekenntnis zum eigenen Ausrüster ab. "Diese Rekorde sprechen für sich", meinte der 21-Jährige aus Halle, der in Eindhoven den 24 Jahre alten Rekord von Michael Groß geknackt hatte. Als Zweiter löste auch Steffen Deibler aus Biberach (1:47,71) die Fahrkarte nach Peking.
Madsen zufrieden
Zufrieden zeigte sich Örjan Madsen, Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes. "Das war ein guter Tag für uns. Die Athleten haben nach der Unsicherheit im Vorfeld der Wettkämpfe die richtige Antwort gegeben", erklärte Madsen. Für Antje Buschschulte wird es mit Blick auf Peking allerdings immer enger. "Jetzt hoffe ich auf die 200 m Rücken oder einen Start in der Freistilstaffel", meinte die Magdeburgerin. Über 100 m Rücken musste sich die Olympia-Dritte von Athen in 1:01,30 Minuten überraschend Christin Zenner aus Hildesheim geschlagen geben, die in 1:01,24 um eine Hundertstel ebenfalls über der geforderten Richtzeit blieb. Enttäuschend verlief der Auftritt von Janine Pietsch aus Ingolstadt (1:01,60) auf Platz vier.
Zudem verpasste Annika Lurz über 400 m Freistil in 4:08,48 Minuten die Norm um eine Zehntelsekunde. Die Würzburgerin, die Anfang des Jahres mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte, hofft nun am Sonntag über die halbe Distanz auf die Qualifikation. Über 200 m Freistil ist Lurz Vize-Weltmeisterin. Ihre vermeintlich schärfste Rivalin Britta Steffen hat hingegen ihren Start über diese Strecke abgesagt. Die Goldhoffnung aus Berlin will sich ganz auf die 50 und 100 m Freistil konzentrieren und wird damit in Peking auch nicht für die 4x200-m-Freistilstaffel zur Verfügung stehen.
sid | Stand: 19.04.2008, 17:15
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