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Volleyball
EM in Belgien und Luxemburg
Volleyballerinnen auf Platz sechs
Mit großen Zielen und noch größeren Träumen sind die deutschen Volleyballerinnen in die EM in Belgien und Luxemburg gegangen und nach dem Zwischenrunden-Aus wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.
Christiane Fürst in Aktion
Trotz aller Enttäuschung - das große Heulen und Zähneklappern blieb nach dem 0:3 (12:25, 23:25, 23:25) gegen Weltmeister Russland dennoch aus. Zudem sicherte man mit einem überzeugenden 3:0 (25:22, 25:13, 25:15)-Sieg gegen Frankreich EM-Platz sechs und die direkte Qualifikation für die nächsten kontinentalen Titelkämpfe.
"Wir wussten, um es ins Halbfinale zu schaffen, hätten wir
etwas Außergewöhnliches leisten müssen: Italien oder Russland schlagen. Auch wenn wir das nicht geschafft haben, haben wir kein schlechtes Turnier gespielt", sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti, der stolz auf die kämpferische Leistung seiner Spielerinnen war. Ebenso glücklich bedankten sich die Spielerinnen nach ihrem letzten Auftritt mit einer Welle bei den deutschen Fans unter den rund 500 Zuschauern für die lautstarke Unterstützung.
Als "Schritt nach vorn nach Platz elf vor zwei Jahren"
bezeichnete Werner von Moltke, Präsident des Deutschen
Volleyball-Verbandes (DVV), das Abschneiden. "Dass man sich vielleicht mehr erhofft hat, ist eine andere Geschichte. Das haben die Athletinnen und Trainer sicher auch."
Niederlage gegen Italien
Die Hoffnungen auf die dritte EM-Medaille seit der Wiedervereinigung waren nach dem Sieg in der Grand-Prix-Qualifikation gewachsen. Doch schon nach der 0:3-Auftaktniederlage gegen Vize-Europameister Italien deutete sich an, dass der Lauf von Ankara nicht ohne Weiteres zu wiederholen ist. "Wir haben es in diesem Turnier nicht geschafft, in den entscheidenden Momenten unsere beste Leistung zu bringen", sagte Spielführerin Angelina Grün, nachdem die erste Enttäuschung verdaut war: "Aber man hat gesehen, wir sind nah dran. Wir haben uns teilweise selber mehr im Weg gestanden als der Gegner."
Daran änderten auch die überzeugenden Siege gegen
Aserbaidschan, Weißrussland, die Türkei und Frankreich nichts. "Es ist trotzdem positiv, dass wir mit Selbstbewusstsein in diese Spiele gehen können", meinte Italien-Legionärin Grün: "Dass wir im Grand Prix häufig gegen die Topteams spielen werden, wird uns sicher helfen, lockerer zu werden."
Auch DVV-Boss von Moltke blickt nach vorn. Der 71-Jährige will am Final-Wochenende in Luxemburg die Chancen auf eine weitere Großveranstaltung in Deutschland ausloten und sich außerdem auf die Olympia-Qualifikation im Januar in Halle/Westfalen stürzen. "Wir hoffen, mit der Hilfe des tollen Publikums das 'Wunder von Baku' zu wiederholen. In Halle werden wir sicher eine Riesenkulisse haben."
Durch das vorzeitige Scheitern bei der EM haben die DVV-Frauen die Teilnahme am World Cup in Japan verpasst, wo Anfang November die erste Peking-Qualifikation stattfindet. "Jetzt müssen wir es eben in Halle schaffen", sagte Guidetti: "Schon die Teilnahme an den Olympischen Spielen wäre für meine junge Mannschaft wie eine Goldmedaille."
sid | Stand: 27.09.2007, 20:27
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