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13.03.2010 | 19.05 Uhr

Tennis

Große Enttäuschung nach Fed-Cup-Niederlage gegen Tschechien

Grönefeld allein reicht nicht

Es war so viel mehr möglich. Doch ein verpatztes Debüt von Andrea Petkovic hat für die deutsche Fed-Cup-Mannschaft den Traum vom ersten Halbfinaleinzug seit 15 Jahren auf der Zielgeraden zerstört.

Barbara Rittner (links) und Anna-Lena Grönefeld; Rechte: ap Betretene Gesichter: Barbara Rittner (l.) und Anna-Lena Grönefeld wissen, dass gegen Tschechien mehr möglich war.

Auch eine stark aufspielende Anna-Lena Grönefeld konnte die knappe 2:3-Niederlage im Erstrundenspiel der Weltgruppe in Tschechien am Ende nicht verhindern. Die Entscheidung in Brünn fiel nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle erst im abschließenden Doppel, das Grönefeld und Tatjana Malek (Nordhorn/Bad Saulgau) mit 1:6, 3:6 gegen Lucie Hradecka/Kveta Peschke verloren.

Die ohne Spitzenspielerin Sabine Lisicki (Berlin) angetretenen Deutschen müssen sich nun am 24./25. April 2010 in einem Relegationsspiel die Zugehörigkeit zur Weltgruppe der acht besten Teams erst wieder erkämpfen.

Tränen bei Petkovic

Zur tragischen Figur avancierte ausgerechnet Hoffnungsträgerin Petkovic. Die 22-jährige Darmstädterin verlor bei ihrem Debüt als Nummer eins gleich beide Einzel - und weinte nach den Pleiten bittere Tränen. "Ich war überwältigt von den Emotionen und konnte vielleicht 40 Prozent meiner Leistung zeigen. Das reicht nicht, ich bin sehr enttäuscht", erklärte die Weltranglisten-49. Petkovic.

Sowohl bei der Niederlage am Sonntag (07.02.10) gegen Hradecka (1:6, 6:7) als auch zuvor gegen die ebenfalls in der Rangliste schlechter positionierte Petra Kvitova (4:6, 4:6) konnte Petkovic ihre Nervosität nicht ablegen. Da nutzte es auch nichts, dass Grönefeld am Wochenende groß auftrumpfte und nach einer Energieleistung gegen Kvitova (4:6, 6:3, 6:2) zum 2:2 ausgleichen konnte. Bereits am ersten Tag hatte die 24-Jährige mit einem Sieg im Eiltempo gegen Lucie Safarova (6:2, 6:2) die Hoffnungen auf den ersten Halbfinal-Einzug seit 1995 genährt. "Da hat wirklich alles geklappt. Ich war sehr zufrieden", sagte Grönefeld.

Nervenflattern im entscheidenden Moment

Vor knapp 3.000 Zuschauern in Brünn halfen letztlich auch alle Psychotricks nichts. Teamchefin Rittner saß mit schwarz-rot-goldenen Schuhen auf der Bank. Hobby-Schlagzeugerin Petkovic hatte das Lied "Erbarmen - zu spät, die Hessen kommen" zu einem Team-Song umkomponiert. Auf dem Platz aber offenbarte die deutsche Nummer eins Schwächen beim Aufschlag und hatte in den entscheidenden Phasen Nervenflattern. "Man hat Andrea angemerkt, dass es ihre ersten Einzel für ihr Land waren", meinte Rittner.

Ob Rittner im April wieder auf Lisicki setzen kann, scheint mehr als fraglich. Die derzeit beim Turnier in Pattaya/Thailand spielende Berlinerin, der der Termin in Tschechien nicht in die Planung passte, will sich künftig auf den anvisierten Sprung unter die Top 20 konzentrieren. Laut Rittner hänge es vom Austragungsort und Bodenbelag ab, ob Lisicki im Relegationsspiel dabei sein wird. Der Gegner wird Ende Februar ausgelost.

Atmosphärische Verstimmungen nach Lisickis jüngster Absage befürchtet Petkovic nicht: "Sabine ist immer willkommen. Ich allerdings würde für den Fed Cup fünf Turniere sausen lassen", meinte die Hessin. Für Rittner war die Niederlage ein Rückschlag auf dem Weg zum anvisierten dritten deutschen Fed-Cup-Triumph nach 1987 und 1992. "Irgendwann will ich mit dieser Mannschaft wieder ein Halbfinale oder Endspiel erreichen - unbedingt", sagte die 36-Jährige trotzig.

sid | Stand: 07.02.2010, 18:51

 

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