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09.02.2010 | 20.16 Uhr

Bundesliga

Niederlagen-Serie zum Debüt

Baur bewahrt die Ruhe

Die Rückkehr in die alte Heimat hatte sich Handball-Weltmeister Markus Baur dann doch ganz anders vorgestellt.

"Ich kann nicht sagen, dass es läuft wie gedacht", sagt der 37-Jährige bestimmt. Seit gut vier Wochen und insgesamt vier Pflichtspielen sitzt er nun als Trainer bei seinem alten Klub TBV Lemgo auf der Bank - und hat noch keinen einzigen Sieg verbucht.

Zwei Niederlagen gab's in der Bundesliga, hinzu kommen zwei bittere Pleiten und dadurch das Achtelfinal-Aus im EHF-Cup gegen den slowenischen Vertreter Cimos Koper. Doch beunruhigt ist in Lemgo bislang niemand, das Vertrauen in den 228-maligen Nationalspieler ist groß. Sowohl Vereinsspitze als auch der Sponsor stärken ihm den Rücken.

Lob vom Manager

"Noch ist niemand nervös. Ich zumindest nicht", sagt Baur. Auch sein alter Teamkollege und heutige Manager Volker Zerbe, der bereits zweimal als Interimstrainer auf der TBV-Bank saß, findet nur lobende Worte und ist fest davon überzeugt, dass sich der Erfolg ganz automatisch einstellen wird. "Markus bereitet sich perfekt auf seine Aufgaben vor und ist ganz akribisch, ganz anders, als ich das gemacht habe", sagt Zerbe, "in Vorbereitung und Analyse kann ich mit Markus nicht mithalten."

Ohnehin steckt hinter der Personalie Baur ja ein größerer Plan, auch wenn die Lemgoer mit dem damaligen Spielertrainer von Pfadi Winterthur erst wieder Kontakt aufnahmen, als das Interesse von Bundesligakonkurrent SC Magdeburg im Herbst 2007 öffentlich geworden war.

Zurück zu den Wurzeln

Der einstige Mittelmann Baur war mit Zerbe und dem sportlichen Leiter Daniel Stephan, der derzeit seine letzte Saison spielt, einst Vorzeigespieler beim "TBV Deutschland" und holte die Meisterschaft nach Ostwestfalen. Nun sollen sie als Führungstrio wieder eine Spitzenmannschaft schaffen. Baur drückt dafür noch mal die Schulbank: Seit kurzem absolviert er die Ausbildung zum A-Lizenz-Trainer, Anfang 2009 wird er die Prüfung ablegen.

Bis zum ersten Erfolg soll es nach Möglichkeit nicht so lange dauern. Am liebsten schon beim Bundesliga-Spiel am Mittwoch (28.02.08) gegen den TV Großwallstadt soll trotz extrem langer Verletztenliste der erste Sieg unter Baur im fünften Pflichspiel her.

Spieler sind überzeugt

Der seit der EM im Januar angeschlagene Kreisläufer Sebastian Preiß sieht die Verantwortung für die kleine Krise ausschließlich beim Team. "Es ist für den Trainer natürlich sehr schwierig, in so kurzer Zeit etwas zu bewegen. Das hängt an der Mannschaft, nicht an Markus, das kann man zu 100 Prozent sagen", so Preiß.

In die gleiche Kerbe schlägt Lars Kaufmann, der Baur ein "super Training" bescheinigt: "Wenn wir seine Vorgaben umsetzen, gewinnen wir auch wieder." Die Mannschaft hat den einstigen Mitspieler, der noch bei der EM mit Preiß, Kaufmann, Florian Kehrmann und Michael Kraus gemeinsam auf dem Feld stand, längst als Coach akzeptiert.

Olympia weiter im Visier

Und auch Markus Baur sieht sich nicht einmal mehr gedanklich als der Spieler mit der Nummer 13: "Da gibt es keinen Konflikt. Ich bin Trainer und fertig." Seine Teilnahme als Spieler bei den Olympischen Spielen in Peking (8. bis 24. August) hat er aber noch fest im Visier. Auch wenn ihm ein wenig die Spielpraxis fehlt und er am Mittwoch beim Länderspiel in der Schweiz nicht dabei sein kann.

Wegen der Bundesligapartien stehen Bundestrainer Heiner Brand aber ohnehin nur vier Spieler zur Verfügung, die bei der EM in Norwegen Platz vier belegt hatten und so kann sich Baur erst einmal voll und ganz auf seine Mission in Lemgo konzentrieren.

sid | Stand: 26.02.2008, 12:17

 

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