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11.03.2010 | 09.29 Uhr

Nationalmannschaft

Handball-WM der Frauen, Viertelfinale in Paris

Groß und wurfgewaltig: Angola

Auf dem Weg ins Halbfinale warnen die Trainer vor der Überraschungsmannschaft des Turniers: Angola. Die deutschen Handballerinnen müssen gegen große und wurfgewaltige Afrikanerinnen alles geben, um nach zehn Jahren wieder unter die letzten Vier zu kommen.

Marcelina Kiala (re.); Rechte: afp

Kreativ und attraktiv: Marcelina Kiala aus Angola

Auf die deutschen Handballerinnen wartet im Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Frankreich am Donnerstag mit Angola der wohl interessanteste Gegner des Turniers. Auch wenn man im deutschen Lager so gut wie nichts über den Afrikameister kennt - der Respekt ist groß. Dennoch wollen weder Trainer noch Spielerinnen Abstriche am großen Ziel machen: Nach zehn Jahren endlich wieder in ein WM-Halbfinale einziehen.

Als kreativ und attraktiv bezeichnete Bundestrainer Armin Emrich die Spielweise der Angolanerinnen. Seine Mannschaft müsse alles aufbieten, um ins Halbfinale zu kommen. Co-Trainerin Heike Schmidt wurde präziser: "Das ist ein typisch afrikanischer Vertreter mit überdurchschnittlich großen Spielerinnen. Der Rückraum ist sehr wurfgewaltig, darauf müssen wir uns einstellen." Wozu Angola imstande ist, zeigte das Team vor allem im Hauptrundenspiel gegen den WM-Gastgeber: Die Mannschaft von Trainer Geronimo Neto bezwang Frankreich mit 29:27. Es folgten Siege gegen Kroatien und Mazedonien, ehe sich die Afrikanerinnen am letzten Hauptrundenspieltag eine für den Einzug ins Viertelfinale unerhebliche 27:40-Niederlage gegen Weltmeister Russland leisteten.

Verändert und erschrocken

Grit Jurack; Rechte: ap

Grit Jurack: "Müssen alles geben, um zu gewinnen"

"Ich weiß nicht viel über diese Mannschaft, außer, dass sie gegen Frankreich gewonnen hat", bekannte Deutschlands Spielmacherin Maren Baumbach nach der 24:32-Niederlage zum Hauptrundenabschluss gegen Rumänien, die der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) wunschgemäß Angola und nicht Frankreich als Viertelfinalgegner bescherte. "Ich bin gespannt auf diese Partie, wenn wir auch alle wissen, dass ein WM-Viertelfinale nie einfach wird", sagte Baumbach.

In die gleiche Kerbe schlug Grit Jurack, mit 50 Treffern derzeit neben der Ungarin Anita Görbicz Nummer eins der WM-Torschützenliste: "Wir freuen uns auf dieses Spiel, denn es bietet uns die große Chance auf den Halbfinaleinzug. Wir müssen alles geben, um zu gewinnen." Eine Warnung vor dem Viertelfinale sprach Emrich aus: "Angola hat nicht nur mit der Glanzleistung gegen Frankreich die Welt im Frauen-Handball richtig durcheinandergewirbelt, verändert und erschrocken. Wir wissen, was auf uns zukommt und das wird nicht einfach."

Auch gegen die Zuschauer

Eine vielleicht mitentscheidende Komponente auf dem Weg ins Halbfinale könnte das Publikum im Palais Omnisport in Paris-Bercy spielen. "Die 14.000 Zuschauer werden komplett hinter Angola stehen. Die Afrikanerinnen werden so etwas wie ein Heimspiel haben", fürchtet Emrich. Optimistischere Töne kamen von DHB-Vizepräsident Reiner Witte, in Frankreich Delegationsleiter der deutschen Frauen: "Angola ist das kleinste Übel, was uns im Viertelfinale passieren konnte." Im Vergleich zu Gastgeber Frankreich, Weltmeister Russland und Europameister Norwegen sei diese Mannschaft einfacher zu spielen.

Mit einem Einzug ins Halbfinale würden sich die deutschen Chancen auf eine Olympia-Teilnahme 2008 in Peking sprunghaft erhöhen. Zwar qualifiziert sich nur der Weltmeister direkt, doch die Länder, die auf den Plätzen zwei bis vier landen, werden eines der drei Qualifikationsturniere ausrichten. "Wir haben uns für ein solches Turnier beworben, und ich denke, wir haben auch gute Chancen, das nach Leipzig zu holen", sagte Witte.

dpa | Stand: 13.12.2007, 10:04

 

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