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09.02.2010 | 20.16 Uhr

Nationalmannschaft

Handballerinnen erfolgreich bei der WM

Mit neuem Teamgeist Richtung Medaille

Die deutschen Handballerinnen präsentieren sich bei der WM in Frankreich als echte Titelkandidatinnen. Bundestrainer Armin Emrich hat die Grüppchenbildung der Vergangenheit beendet und aus dem Team eine echte Einheit geformt.

Vor dem Turnier hatte der Tross des Deutschen Handball-Bundes (DHB) noch eher vorsichtig das Ziel einer Medaille ausgegeben. Doch spätestens seit dem überzeugenden 32:26-Erfolg gegen den Olympia-Zweiten Südkorea am Dienstagabend (04.12.07) dürfen sich die deutschen Handballerinnen nun ernsthafte Hoffnungen auf das erste Edelmetall bei einer WM seit 1997 machen. Nach drei Siegen in der Vorrunde geht das DHB-Team ohne einen Verlustpunkt in die Zwischenrunde, zum ersten Mal überhaupt bei einer WM, und hat nun eine glänzende Ausgangsposition für die Ausscheidungsspiele um das Viertelfinale.

Neue Kontinuität im DHB-Team

Florian Naß, Handballexperte der ARD, macht diesen Erfolg vor allem an Armin Emrich fest. Der Bundestrainer hat der Frauen-Nationalmannschaft, die beim DHB jahrelang im Schatten der erfolgreichen Männer stand, endlich ein stablies Fundament gegeben. "Gute Spielerinnen gab es schon immer in der Bundesliga", so ARD-Experte Naß. "Was fehlte, waren kontinuierliche Strukturen im Umfeld, vor allem auf der wichtigsten Position: der des Bundestrainers."

Mit Emrich wurde das jahrelange Wechselspiel auf dem Cheftrainer-Posten beendet und damit auch die stetige Grüppchenbildung im Team, in dem je nach Trainer mal Spielerinnen aus Lützelinden, mal aus Leipzig den Ton angaben. "Im Gegensatz zu seinen Vorgängern hat Emrich die Unterstützung der ganzen Bundesliga. So hat es der erfahrene DHB-Coach geschafft, aus den besten deutschen Handballerinnen erstmals auch wieder eine Mannschaft zu formen", meint der ARD-Experte, der dem Team eine Medaille zutraut.

Teamgeist und unbändige Leidenschaft

Bei der WM in Frankreich präsentieren sich die DHB-Damen bislang als verschworene Gemeinschaft und auf dem Parkett als echte Einheit, die beinahe vor Spielfreude platzt. Nach dem Sieg gegen Südkorea lobte Emrich den "positiven Teamgeist und die unbändige Leidenschaft". So könne man auch gegen die "absolute Weltklasse" (Emrich) bestehen, die jetzt in der Hauptrunde wartet. "Das ist die Elite der Welt", sagt der Bundestrainer vor den Spielen gegen Spanien, Ungarn. Polen und Rumänien und gibt sich zuversichtlich: "Wir bleiben bei unserer bewährten Philosophie, wir werden uns weiter Schritt für Schritt auf die nächsten Gegner vorbereiten."

"Beste Mannschaft seit Jahren"

"Das ist die beste Mannschaft, die wir in den letzten Jahren hatten", freute sich Grit Jurack vor der Abreise nach Dijon, dem Austragungsort der Hauptrunde. Der Dänemark-Fraktion um Jurack und Welthandballerin Nadine Krause, die sich in der stärksten Liga der Welt behaupten, dürfte beim nun folgenden Kräftemessen mit den WM-Favoriten eine noch wichtigere Rolle zukommen. Möglicherweise kehrt auch die in der Vorrunde noch verletzte Anja Althaus zurück. "Die Kreisläuferin wäre eine zusätzliche Verstärkung", meint ARD-Experte Naß.

Luxusproblem im Tor

Ein Problem hat der Bundestrainer allerdings doch vor dem Spiel gegen die Spanierinnen: Emrich hatte vor dem Turnier eine Rotation im Tor angekündigt. Sabine Englert und Clara Wöltering wechselten sich dann auch in der Vorrunde ab. Österreich-Legionärin Englert zeigte gegen Südkorea allerdings eine Weltklasse-Leistung. Emrich muss sich nun entscheiden, ob er sie zur Stamm-Torhüterin erklärt oder doch die Rotation beibehält. Angesichts des erfreulichen Turnierverlaufs ist das aber nur ein Luxusproblem.

mixa | Stand: 05.12.2007, 12:45

 

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