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19.03.2010 | 01.30 Uhr

Champions League

Achtelfinal-Einzug in der Champions League

VfB Stuttgart glänzt im ersten Spiel unter Gross

Mit einem historischen Blitzstart hat der krisengeschüttelte VfB Stuttgart souverän das Achtelfinale der Champions League erreicht und seinem neuen Trainer Christian Gross einen traumhaften Einstand beschert.

Khedira jubelt mit Pogrebnjak (l.) und Marica (r.); Rechte: dpa Khedira jubelt mit Pogrebnjak (l.) und Marica (r.).

Durch den 3:1 (3:0)- Sieg gegen den Unirea Urziceni glückte dem VfB vier Tage nach den Fan-Ausschreitungen beim 1:1 gegen den VfL Bochum schneller als erwartet die Versöhnung mit den Anhängern. Ciprian Marica (5.), Christian Träsch (8.) und Pavel Pogrebnjak (11.) sorgten binnen sechs Minuten für den ersten Saison-Heimspielsieg der Stuttgarter in der Königsklasse. Kurz nach dem Wechsel traf der Portugiese Semedo (47.) für Urziceni, doch die Gäste kamen vor 37.000 Zuschauern nicht noch näher heran.

"Das war ein fantastischer Beginn. Das ist manchmal so im Fußball, wenn ein neuer Impuls kommt, in diesem Fall durch den Trainer, dann passieren Dinge, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte" sagte VfB-Torhüter Jens Lehmann, der zuvor mit harter Kritik am Vorstand für großen Wirbel gesorgt hatte. Der neue Trainer analysierte: "Wir haben den Gegner mit unserem dominanten Auftritt unter Druck setzen können. Die ersten 20, 25 Minuten waren sehr gut." Der Schweizer fügte aber auch hinzu: "Zum Schluss hat mir einiges nicht gefallen."

Drei Tore als Geschenk für Heldt

Nur drei Tage nach der Trennung von Teamchef Markus Babbel gelang den Schwaben der ersehnte Befreiungsschlag. Der zuletzt ebenfalls in die Kritik geratene Sportdirektor Horst Heldt bekam von den wie ausgewechselt agierenden Fußball-Profis das wohl schönste Geschenk zu seinem 40. Geburtstag. Als Gruppen-Zweiter hinter dem FC Sevilla überwintert der VfB neben Rekordmeister FC Bayern München in der lukrativen Champions League.

Der erste Sieg in der Stuttgarter Arena seit dem 15. August stand nach noch nicht einmal einer Viertelstunde so gut wie fest. Die Tore der locker und voller Selbstbewusstsein aufspielenden Hausherren, die in der Bundesliga als Tabellen-16. auf einem Abstiegsplatz stehen, fielen im Drei-Minuten-Takt. So schnell war noch nie eine 3:0-Führung in der Königsklasse heraus geschossen worden.

Erster Sieg zuhause seit Mitte August

Der überragende Sami Khedira hatte die so enorm wichtige Führung eingeleitet. Kehdira flankte genau auf den Kopf von Marica, der aus acht Metern den Ball ins Tor köpfte. Danach rettete Lehmann den Vorsprung mit einer Glanzparade, ehe Träsch nach einem Alleingang von der Mittellinie dem bedauernswerten rumänischen Keeper Giedrius Arlauskis mit einem Schuss von der Strafraumgrenze keine Chance ließ. Erneut drei Minuten später legte Khedira quer auf Pogrebnjak, der Russe spielte mit zwei Gäste-Abwehrspieler Katz' und Maus.

Kurz nach dem Wechsel zeigten die Schwaben dann ihr anderes Gesicht. Arthur Boka traf den Ball nicht, Semedo tauchte frei vor Lehmann auf - die Rumänen durften wieder hoffen. Stuttgart wackelte kurzfristig - doch am Ende hätte der Sieg noch höher ausfallen können.

Jens Lehmann bekommt Ärger

Jens Lehmann - sicherer Rückhalt des VfB.; Rechte: dpa Lupe groß

Jens Lehmann - sicherer Rückhalt des VfB.

Dabei hatte es vor dem Anpfiff noch einmal mächtig Ärger um Lehmann gegeben. "Das werden wir nicht auf uns beruhen lassen", sagte Sportdirektor Heldt im TV-Sender Sky und spielte auf die Kritik des Keepers an. Der ehemalige Nationaltorhüter hatte unter anderem dem VfB- Vorstand im Zusammenhang mit der Entlassung von Babbel Führungsschwäche vorgeworfen. Lehmanns Aussage sei "von purem Egoismus geprägt. Das ist das Entscheidende, das ist das Enttäuschende", meinte Heldt.

Als Reaktion auf die gewalttätigen Ausschreitungen rund um das Spiel gegen Bochum hatte der Klub seine Fans in einem offenen Brief um faire und leidenschaftliche Unterstützung gebeten. "Lautstark, farbenfroh und mit dunkelrotem Herzen - aber kompromisslos gegen Hass, Gewalt und Ausschreitungen aller Art!", appellierte der dreiköpfige Vorstand mit Erwin Staudt, Ulrich Ruf und Heldt an die Anhänger. Diese gingen auf Schmusekurs: "Wir Fans schämen uns für die Idioten vom Samstag, denn dank Babbel sind wir hier", stand auf einem Transparent.

dpa | Stand: 09.12.2009, 23:18

 

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