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UEFA-Cup
Final-Schlappe in Istanbul
Ohne Diego zu schwach für den Titel
Hilflos, ratlos und am Ende chancenlos: Werder Bremen hat im Endspiel um den UEFA-Cup eine bittere Niederlage kassiert. Der deutsche Vizemeister verlor in Istanbul gegen Schachtjor Donezk mit 1:2 (1:1, 1:1) nach Verlängerung und war mit diesem knappen Resultat noch gut bedient.
Kampf, Härte, Einsatz: Werders Fritz muss leiden.
Vor 40.000 Zuschauern im fast ausverkauften Sükrü-Saracoglu-Stadion war Donezk von Beginn an die überlegene Mannschaft und ging in der 25. Minute durch Luiz Adriano in Führung. Der Brasilianer nutzte einen Stellungsfehler von Sebastian Prödl und ließ Werder-Torwart Tim Wiese keine Abwehrmöglichkeit. Praktisch aus dem Nichts gelang den Hanseaten zehn Minuten später der Ausgleichstreffer. Donezk-Torhüter Andrej Pjatow ließ einen haltbaren Freistoß von Naldo durch seine Hände ins Tor gleiten. Für die Entscheidung sorgte Jadson in der 97. Minute.
Die Norddeutschen kamen nie richtig ins Spiel. Wie befürchtet, konnten der gelbgesperrte Mittelfeldregisseur Diego und auch der verletzte Nationalverteidiger Per Mertesacker nicht adäquat ersetzt werden. Umso deutlicher trat stattdessen die spielerische Überlegenheit der Ukrainer zutage, die fünf Brasilianer aufgeboten hatten und damit der Bremer Hintermannschaft immer wieder Rätsel aufgaben. "Wir sind sehr enttäuscht", sagte Torsten Frings nach der Partie, "es ist natürlich ein heftiger Schlag. So oft bekommt man nicht die Chance, einen wichtigen Titel zu gewinnen."
"Frische gefehlt"
Werder konnte sich bei Wiese bedanken, dass es nicht schon zur Halbzeit in Rückstand lag. Der Keeper parierte in der 41. Minute einen Distanzschuss von Mariusz Lewandowski in großartiger Manier, sieben Minuten nach Wiederbeginn musste er erneut seine Reaktionsschnelligkeit aufbieten, um einen gefährlichen Freistoß von Jadson zu entschärfen. In dieser Phase hätte Donezk bereits für eine Vorentscheidung sorgen können.
Die Hoffnungen der Norddeutschen, Jung-Nationalspieler Mesut Özil könne für Diego in die Bresche springen, erfüllten sich nicht. Der türkischstämmige Mittelfeldspieler konnte für seine Mannschaftskameraden keine Impulse setzen. Die rund 5.000 mitgereisten Bremer Fans, die zu Beginn der Partie noch lautstark auf sich aufmerksam gemacht hatten, verstummten immer mehr. "Wir haben es nicht geschafft, das müssen wir akzeptieren", resümierte Trainer Thomas Schaaf. "Wir haben nicht so ballsicher agiert, wie wir es uns vorgenommen hatten.Vielleicht hat uns ein bisschen die Frische gefehlt."
Hoffnung auf DFB-Pokal
Dem SV Werder bleibt nun nur eine Chance, sich noch für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Am Pfingstsamstag trifft der Europapokalsieger von 1992 im Berliner Olympiastadion im Endspiel um den DFB-Pokal auf den Bundesliga-Rivalen Bayer Leverkusen. "Wir wollen auf keinen Fall zweimal ein Endspiel verlieren, das wäre ein ganz trauriges Saisonende", hatte Bremens Torjäger Claudio Pizarro schon vor dem Finale gesagt.
Die Torschützen Luiz Adriano und Jadson waren die stärksten Akteure beim letzten Gewinner des UEFA-Cups, der ab der kommenden Saison in einem neuen Format als Europa League ausgetragen wird. Mehr als eine Durchschnittsleistung brachten bei den Bremern nur Wiese und Torschütze Naldo, der zudem in der Defensive immer wieder Schwächen der Außenverteidiger Sebastian Boenisch und Clemens Fritz ausbügeln musste.
sid | Stand: 20.05.2009, 23:19








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