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18.03.2010 | 12.30 Uhr

Bundesliga

Jupp Heynckes wird Klinsmann-Nachfolger

Bayern-Bosse wollen Aufbruch

Der FC Bayern brauche eine "Aufbruchstimmung", meinte Manager Uli Hoeneß. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sprach von einem notwendig gewordenen "Befreiungsschlag". Nach nicht einmal zehn Monaten beim FC Bayern hat die Clubführung Jürgen Klinsmann als Trainer entlassen.

Bayern-Manager Hoeneß; Rechte: dpa Lupe groß

Handelte aus Sorge: Bayern-Manager Hoeneß

Es sei ein Moment entstanden, "an dem wir eine psychologische Barriere zur Seite räumen mussten, um unsere Ziele zu erreichen", erläuterte Rummenigge die Entscheidung sich von Klinsmann zu trennen. Nun soll überraschend Jupp Heynckes die Bayern in die Erfolgsspur zurückführen - vorübergehend.

Mehmet Scholl übernimmt zweite Mannschaft

Der 63 Jahre alte Heynckes, 1998 mit Real Madrid Champions-League-Sieger, war seit seinem Abgang bei Borussia Mönchengladbach am 31. Januar 2007 ohne Job und wird nun bis zum Saisonende Chefcoach. Ein längerfristiges Engagement von "Don Jupp" schlossen die Bayern-Verantwortlichen bereits aus, sie wollen "zeitnah" für die kommende Saison eine "überzeugende Lösung" präsentieren. Als Assistent von Heynckes fungiert derweil Hermann Gerland, seit Jahren Trainer der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters. Bis zum Saisonende übernimmt Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl dessen Posten.

"Ich tue das für den FC Bayern, der mir das Sprungbrett in den internationalen Fußball gegeben hat, und aus Freundschaft zu Uli Hoeneß", sagte der Heynckes, der die Bayern erstmals am kommenden Samstag ausgerechnet gegen Gladbach betreuen wird, der Rheinischen Post.

Da Rummenigge, Hoeneß und Finanzvorstand Karl Hopfner die Mindestziele in Gefahr sahen und "große Sorgen um den Verein" (Hoeneß) hatten, zogen sie nach der 0:1-Heimniederlage gegen Schalke 04 und einer mehrstündigen Krisensitzung die Notbremse.

Am Montagmorgen wurde Klinsmann von seinem Rauswurf unterrichtet. Er sei "überrascht", ja sogar "schockiert" gewesen sein, berichtete Hoeneß. Die vorzeitige Trennung von Klinsmann, dessen Vertrag noch bis zum 30. Juni 2010 gelaufen wäre, sowie von dessen Assistenten Martin Vasquez und Nick Theslof soll die Münchner angeblich rund zehn Millionen Euro an Abfindungen kosten. Fitnesscoach Oliver Schmidtlein wurde zudem bis zum Saisonende beurlaubt.

"Wir haben uns diese Entscheidung sehr schwer gemacht", sagte Rummenigge, "aber die Ergebnisse der vergangenen Wochen, die Art und Weise, wie diese zustande kamen, und vor allem die Situation fünf Spieltage vor Saisonende, zwangen uns aus Verantwortung dem Klub gegenüber zu handeln."

Nach dem Trainer-Novizen Klinsmann sollen es nun die erfahrenen Trainer Heynckes, der am Samstag bereits im Stadion die Partie gegen Schalke auf der Tribüne verfolgte, und Gerland richten und das Mindestziel, die Teilnahme an der Champions League, noch sichern. Am Dienstagnachmittag wird das Duo die erste Trainingseinheit leiten.

"Keine Alibis" mehr für Spieler

Jupp Heynckes; Rechte: ddp Lupe groß

Soll die Bayern übergangsweise trainieren: Jupp Heynckes.

Rummenigge sprach von einer "Lösung, die wir gebraucht haben. Wir trauen Jupp zu, mit seiner Erfahrung und seiner Ruhe die Dinge in die richtige Richtung zu lenken." Laut Hoeneß sehe man nun wieder eine "Chance, mit neuem Schwung noch das Unglaubliche zu schaffen". Heynckes sei ein "Fußballlehrer. Das ist es, was wir jetzt brauchen."

Die Mannschaft wurde am Montagmittag vom Vorstand einbestellt und über die Entscheidung informiert. Man habe den Stars klargemacht, "dass es nun keine Alibis mehr gibt. Ab sofort ist die Mannschaft gefragt, Vollgas zu geben", sagte Rummenigge.

Der frühere Nationalspieler Heynckes, der mit Hoeneß eng befreundet ist, war vom 1. Juli 1987 bis zum 8. Oktober 1991 schon einmal Bayern-Coach und holte in dieser Zeit zweimal den Titel. Hoeneß hatte die damalige Entlassung von Heynckes wiederholt als "größten Fehler" seiner Amtszeit bezeichnet.

Klinsmann enttäuscht

Klinsmann war am 30. Juni 2008 beim FC Bayern mit hohen Ansprüchen und viel Elan in seine erste Amtszeit als Vereinstrainer gestartet. Jeden Spieler wollte der ehemalige Bundestrainer besser machen, eine neue Spielphilosophie entwickeln, die Bayern in Europas Spitze führen und zudem möglichst viele Titel gewinnen - doch die hochgesteckten Erwartungen konnte er nicht erfüllen.

"Natürlich bin ich im Moment sehr enttäuscht", wurde Klinsmann auf der Internetseite des Vereins zitiert. "Wir haben den Grundstein gelegt für die Zukunft. Ich glaube noch immer daran, dass die Mannschaft in dieser Saison deutscher Meister werden kann." In der Champions League und im DFB-Pokal war für die Münchner im Viertelfinale Endstation gewesen, in der Bundesliga liegen die Münchner als Tabellendritte auch nicht im Soll.

Fans schon länger sauer

Zuletzt machten sich immer mehr Auflösungserscheinungen breit, schon seit Wochen stand der frühere DFB-Kapitän und Torjäger massiv in der Kritik. Bei den Fans hatte Klinsmann schon länger jeden Kredit verspielt. Tiefpunkte waren zuletzt das 0:4 in der Champions League beim FC Barcelona und das 1:5 in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg.

Nach dem 0:1 gegen Schalke und einer erneut dürftigen Vorstellung war auch der Vorstand mit seiner Geduld am Ende. In der Bundesliga gab es unter Klinsmann in 29 Spielen sieben Niederlagen. Für die Bayern ist es schon jetzt die zweitschlechteste Liga-Bilanz der vergangenen zehn Jahre. Nur 2006/07 hatte es zehn Pleiten in einer Saison gegeben. Auch die in der vergangenen Saison stärkste Abwehr (nur 21 Gegentore) erwies sich als wenig stabil: Bisher mussten die Münchner schon 37 Treffer hinnehmen.

sid | Stand: 27.04.2009, 17:24

Kommentare 1 bis 5 von 743

  • reisnagel schrieb am 22.05.2009 12.21 Uhr: und es geht weiter... klinsmann gibt interviews und blendet dabei seine unfähigkeit völlig aus. jetzt wird wieder vernebelt, in der hoffnung das bald wieder ein neuer arbeitgeber auftaucht. das wird so enden wie bei berti vogts, als nationaltrainer in der pampa. dort wo der mögliche schaden gering gehalten werden kann. wieso sagt klinsmann nicht was sache ist. da fabuliert er über aufarbeitung usw. wahrscheinlich hat er im vertrag stehen dass, sobald er einen neuen job annimmt, er keine weiteren alimente von bayern bekommt. das ist wahrscheinlich der grund für seine auszeit und natürlich die tatsache das kein verein so blöd ist ihn anzustellen. berti vogts lässt grüßen.

  • H.Dufner schrieb am 21.05.2009 21.30 Uhr: Klinsmann ist als Trainer ein Lehrling und meinte mit ein paar neuen Ideen von Amerika das Rad im Fußball neu erfinden zu können. Wie das endet zeigt unsere Wirtschaftskrise. Sepp Herrberger hat sich im Grab umgedereht.

  • raser schrieb am 21.05.2009 14.27 Uhr: Die Herren Hoeneß, Beckenbauer und Rummenigge, sowie die foulen älteren Herrn Spieler in der Stammelf sollte man ebenfalls in die Wüste schicken.

  • raser schrieb am 21.05.2009 14.14 Uhr: Klinsmann mußte gehen, dann Hoeneß und Rummenigge gleich hinter her die sind doch so erfolgsverwöhnt das sie die Realität garnicht mehr wahrnehmen, eine überalterte Stammelf.

  • ludwig will broeder holland schrieb am 21.05.2009 13.29 Uhr: Nur der tag komt dasch man klinsman danke werd.Ich glaube an him und wunsche him fiel gutes . Und uli hoeness danke dash du fcb zo gros gemacht hast .

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