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09.02.2010 | 20.19 Uhr

Bundesliga

Entscheidung des DFB

Hoffenheimer Profis bleiben straffrei

Andreas Ibertsberger und Christoph Janker vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim gehen straffrei aus der Dopingtest-Affäre hervor.

Andreas Ibertsberger; Rechte: Imago

Andreas Ibertsberger

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stellte das Verfahren gegen die beiden Profis vorläufig ein. Das ist das Ergebnis der außerordentlichen Sitzung der DFB-Anti-Doping-Kommission am Freitag (06.03.09) in Frankfurt/Main. Janker und Ibertsberger hätten nicht schuldhaft gehandelt, heißt es in der Begründung. "Wir haben den Sachverhalt akribisch untersucht und transparent aufgedeckt. Das steht für unsere Glaubwürdigkeit. Es ist wichtig, dass Dopingvergehen nicht bagatellisiert werden", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. In Hoffenheim reagierte man erleichtert auf das Urteil. "Da fällt mir aber eben ein Stein vom Herzen, dass die Jungs da nicht etwas ausbaden müssen", sagte Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp.

TSG droht Geldstrafe oder Punktverlust

Allerdings wird Anklage gegen Hoffenheim und den Dopingbeauftragten des Klubs, Peter Geigle, beim DFB-Sportgericht erhoben. Geigle habe es versäumt, Ibertsberger und Janker unmittelbar nach Spielende über die anstehende Kontrolle zu informieren, erklärte der DFB. Im schlimmsten Fall droht Hoffenheim eine Geldstrafe von bis zu 150.000 Euro und die Aberkennung von Punkten. Nach dem Spiel von Hoffenheim am 7. Februar bei Borussia Mönchengladbach (1:1) waren Ibertsberger und Janker erst mit einer Verspätung von zehn Minuten zur Dopingkontrolle erschienen. Gladbach hat gegen die Wertung des Punktspiels Einspruch eingelegt.

Die DFB-Anti-Doping-Kommission "stellte übereinstimmend fest, dass die beiden Hoffenheimer Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker entgegen den eindeutigen Bestimmungen der Anti-Doping-Richtlinien nach Spielende unbeobachtet in ihre Umkleidekabine gelangen und sich dort einige Minuten ohne Aufsicht aufhalten konnten", hieß es. Diese mangelnde Kontrolle sei ein "schwerer Pflichtenverstoß" von 1899 Hoffenheim.

NADA will den Fall prüfen

Die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA will den Fall ebenfalls prüfen und wird in der kommenden Woche Akteneinsicht bekommen. "Wenn es so ist, wie es vom DFB dargestellt wurde, dann ist die Konsequenz richtig, dass es keine Sperre für die Spieler gibt, aber wir werden alles prüfen", sagte NADA-Justiziarin Anja Berninger der dpa. Die Hoffenheimer Fußball-Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker seien offenbar nicht korrekt informiert gewesen, dass sie überhaupt zu Dopingprobe müssen. Deswegen sei es zunächst konsequent, dass es ein Verfahren gegen die Betreuer gebe.

DFB führt Chaperon-System ein

Die Anti-Doping-Kommission des DFB beschloss, sofort personelle Konsequenzen aus dem "Fall Hoffenheim" zu ziehen und ein Chaperon-System einzuführen. Dabei unterstützen neutrale Hilfspersonen die Doping-Kontrollärzte bei Wettkampfkontrollen. Der bei dem Spiel zwischen Hoffenheim und Mönchengladbach eingesetzte Doping-Kontrollarzt und sein Assistent wurden bis zur vollständigen Klärung des Vorfalles vorläufig suspendiert.

Die Kommission warf dem Kontrollarzt eine "schwere Pflichtverletzung" vor, "weil er gegen die Vorschrift handelte, als er den Weg der Profis vom Spielfeld in den Kontrollraum nicht überwachte, sondern im Kontrollraum auf diese wartete". Gleichzeitig wurde die Einberufung einer Sondersitzung mit den Managern und Dopingbeauftragten der Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie der DFB-Doping-Kontrollärzte beschlossen. "Solche Fehler dürfen sich aus Sicht von DFB und DFL nicht mehr wiederholen", erkärte der Kommissionsvorsitzende Rainer Koch.

sid/dpa | Stand: 06.03.2009, 14:16

 

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