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10.03.2010 | 09.29 Uhr

Nationalmannschaft

Spielernamen dürfen weiterhin auf die Nationaltrikots

"Alles nur ein Missverständnis"

Von Christian Hornung

Eine neue Trikot-Regel des Fußball-Weltverbandes FIFA, wonach die Spieler der Nationalteams keine festen Rückennummern und Namen mehr tragen dürfen, hat bei den Fans und Beteiligten großes Befremden ausgelöst. Die Reaktion des DFB, schon gegen Belgien keine Namen mehr auf die Trikots zu drucken, war offenbar voreilig.

Erstmals seit vielen Jahren ist die deutsche Nationalmannschaft beim 2:0-Sieg gegen Belgien am Mittwoch (20.08.08) in einem offiziellen Länderspiel wieder mit durchnummerierten Spielerhemden von 1 bis 11 aufgelaufen. Auch die Namen auf den Trikots fehlten. Die Belgier traten dagegen in ihren Stamm-Trikots an. Der Deutsche Fußball-Bund wollte sich ursprünglich gegen die neue Regel zur Wehr setzen, doch: "Das ist ein großes Missverständnis", erklärt eine FIFA-Sprecherin auf Anfrage von sport.ARD.de. "Die Verbände können sich nach wie vor aussuchen, ob sie die Namen auf die Trikots schreiben möchten oder nicht."

Nur noch von 1 bis 18

Oliver Bierhoff; Rechte: dpa

Oliver Bierhoff sorgt sich um den Trikotverkauf.

Vorgeschrieben sei allein, dass in der WM-Qualifikation jeder 18er-Kader einer Mannschaft auch die Nummern von 1 bis 18 tragen müsse, erklärt die FIFA. "Das geschieht analog zur Weltmeisterschaft, wo die Spieler des 23er-Kaders ja auch die Nummern 1 bis 23 tragen müssen." Oliver Bierhoff hatte angeblich schon vor dem Belgien-Spiel erfolglos beim Weltverband protestiert, weil er sich bereits Sorgen um den Trikotverkauf machte.

Dazu bestehe aber kein Anlass, sagte DFB-Sprecher Harald Stenger. Der Mediendirektor wies aber darauf hin, dass man reagieren müsse, wenn ein Akteur aus dem 18er-Aufgebot kurz vor Spielbeginn gestrichen werden müsse: "Angenommen Torsten Frings mit der Nummer sechs fällt wenige Stunden vor dem Anpfiff aus, und Simon Rolfes mit der etatmäßigen Nummer 23 rückt in den Kader, dann müssen wir für Rolfes ein Trikot mit der Nummer sechs parat haben", erklärte Stenger gegenüber sport.ARD.de, "es ist also eher eine praktische denn eine juristische Frage."

Müller und die 13

Hintergrund ist, dass das Trainerteam der deutschen Nationalmannschaft in dieser Woche entschieden hat, die neue FIFA-Regel auf freiwilliger Basis künftig auch in Freundschaftsspielen umzusetzen und gleichzeitig festlegte, in allen Länderspielen für die Anfangsformation die Nummern eins bis elf zu vergeben.

Rückennummern wurden international 1939 eingeführt. Schon bei der WM 1954 hatten alle Spieler aus dem Kader Stammnummern, so lief Fritz Walter beim Turnier in der Schweiz mit der 16 auf dem Rücken auf. Der legendäre Gerd Müller, noch immer Deutschlands bester Länderspiel-Torschütze (68 Treffer) trug beim WM-Triumph 1974 die 13. Bei der EM 1992 in Schweden waren erstmals die Spielernamen auf den Hemden zu sehen.

Stand: 21.08.2008, 14:27

 

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