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09.02.2010 | 20.22 Uhr

Nationalmannschaft

2:1-Sieg im neuen Wembley-Stadion

Historischer Erfolg für DFB-Elf

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat die Länderspielsaison 2007/08 mit einem Paukenschlag begonnen. Zur offiziellen Eröffnung des neuen Wembley-Stadions gelang ihr am Mittwoch (22.08.07) in London ein 2:1-Erfolg gegen England.

Christian Pander trifft zum 2:1; Rechte: dpa

Passt genau: Christian Pander trifft zum 2:1.

Damit sorgte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw, die auch das letzte Spiel am 7. Oktober 2000 im alten englischen Nationalstadion unter Teamchef Rudi Völler gewonnen hatte, auch für die erste Niederlage der Gastgeber in der neu erbauten Prunkarena.

Nach dem Führungstreffer durch Frank Lampard (9.) hofften die Engländer auf das Ende der schwarzen Serie gegen den alten Rivalen, doch Kevin Kuranyi und Debütant Christian Pander mit einem Traumtor aus 25 Metern sorgten für den fünften deutschen Sieg in Folge in Wembley, wo die DFB-Elf zuletzt vor 32 Jahren verloren hat. Damit kann Löw trotz der Verletzungssorgen beruhigt auf das EM-Qualifikationsspiel am 8. September in Cardiff gegen Wales blicken.

"Wir wollten unbedingt, und ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben", sagte Kuranyi, und Siegtorschütze Pander sprach von einem "unglaublichen Gefühl". Torwart Jens Lehmann fügte stolz hinzu: "Es ist immer schön, in England zu gewinnen. Wir waren die Letzten, die hier gewonnen haben und sind jetzt auch die Ersten, die gewonnen haben - das ist schon etwas Besonderes."

Zahlreiche Umstellungen

Die deutsche Rumpfelf geriet vor 86.133 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften, 1,4 Milliarden Euro teuren "schönsten Stadion der Welt" (Franz Beckenbauer) in der Anfangsphase zwar schwer unter Druck, behauptete sich aber danach mit Bravour. In der Schlussphase hatte der WM-Dritte noch das Glück des Tüchtigen.

Ohne die Stammkräfte Michael Ballack, Torsten Fings und Miroslav Klose, die eine Liste von elf verletzten Spielern anführten, fehlte nur in der Anfangsphase die Abstimmung. Die zahlreichen Umstellungen von Bundestrainer Joachim Löw stifteten zunächst eher Verwirrung. Philipp Lahm spielte überraschend als Abräumer vor der Abwehr, in der auf der linken Seite Pander bei seinem Debüt im DFB-Trikot gleich von Beginn an ran durfte. Offensiv kamen auf den Außenpositionen David Odonkor und Piotr Trochowski zum Zug. Einziger nomineller Stürmer war Kuranyi.

Gegentreffer rüttelt wach

Dass auch Englands Coach Steve McClaren in den verletzten Wayne Rooney und Steven Gerrard sowie dem Ex-Münchner Owen Hargreaves wichtige Spieler fehlten, war zunächst nicht zu merken. Nachdem die deutsche Elf in den ersten Minuten kaum in die englische Hälfte vorgedrungen war, fiel der Führungstreffer der "Three Lions" nicht überraschend. Der anfangs sehr nervöse Pander verlor den Zweikampf gegen Richards, Christoph Metzelder kam gegen Frank Lampard zu spät. Der Mittelfeldspieler des FC Chelsea schoss knallhart in die kurze Ecke des Tores von Jens Lehmann.

Doch der Gegentreffer rüttelte die deutsche Mannschaft wach. Zunächst verfehlte Metzelder (21.) nach einer Ecke von Pander das englische Tor nur knapp. Zwei Minuten später ging ein Warnschuss von Thomas Hitzlsperger noch am Tor vorbei, doch in der 26. Minute leitete der deutsche Meister vom VfB Stuttgart das 1:1 ein. Einen Schuss des ehemaligen England-Legionärs konnte David Robinson nicht festhalten. Nach einem unkontrollierten Befreiungsschlag wehrte der Torwart der Gastgeber eine Flanke von Bernd Schneider gerade noch vor der Linie ab - doch Kuranyi schob den Abpraller unbedrängt ein.

Offener Schlagabtausch

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Zunächst scheiterte Joe Cole aus spitzem Winkel an Lehmann (33.), bevor Pander seinen Fehler auf beeindruckende Art wieder wettmachte: Der 23-Jährige überwand Robinson in der 40. Minute mit einem trockenen Schuss aus dem Stand in den Winkel. Im Gegenzug reagierte Lehmann bei einem Kopfball von Michael Owen erneut klasse, bevor der Brite in der 45. Minute aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten traf.

Nach der Pause erhöhten die Engländer, die in David James einen neuen Torwart brachten, den Druck weiter. Deutsche Angriffe waren kaum noch zu sehen. Auch Roberto Hilbert, der für Odonkor ins Spiel kam, sorgte kaum für Entlastung. In der 66. Minute hatten die Gäste großes Glück, als Kieron Dyer nach einem Pass von Superstar David Beckham aus kurzer Distanz das Tor nur um Zentimeter verfehlte. In der 77. Minute klärte Lahm einen Kopfball von Englands Kapitän John Terry auf der eigenen Torlinie.

sid | Stand: 22.08.2007, 23:47

 

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