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Boxen
Boxabend in Bern
Vitali Klitschko muss über die Runden
Schwergewichtler Vitali Klitschko hat seinen WM-Gürtel der WBC einstimmig nach Punkten verteidigt. Vor 17.000 Zuschauern in Bern ließ der 38-Jährige dem nur auf Treffervermeidung ausgerichteten US-Amerikaner Kevin Johnson keine Chance. Am Ende sahen zwei Punktrichter den Ukrainer mit 120:108 vorn, einer wertete 119:109 für den alten und neuen Weltmeister.
Das einzig Überraschende an diesem Abend war, dass Klitschko zum zweiten Mal in seiner langen Profikarriere über die gesamten zwölf Runden gehen musste. Dies war vor Johnson nur Timo Hoffmann gelungen. Doch Johnson konnte in dem gesamten Kampf keine Offensivakzente setzen, gefiel nur durch gute Meidbewegungen und eine stabile Defensive. Dies und ein sehr eindimensional boxender Klitschko waren der Grund, warum Johnson nie ernsthaft in Bedrängnis geriet. "Ich habe nicht gedacht, dass es so schwer ist, ihn zu treffen. Leider hat es mit dem K.o. nicht geklappt. Von Anfang an musste ich verschiedene Sachen probieren", sagte der alte und neue Titelträger nach dem Kampf.
Klitschko dominiert ohne zu überzeugen
Viele Boxexperten waren sich vor dem Kampf einig, dass es eine einseitige Sache wird. Und der Weltmeister setzte von der ersten Runde an die Akzente. Johnson stand meist nur am Ringseil und wartete die Schläge von Klitschko ab. Bei seinen wenigen Schlägen mit der linken Führhand sorgte der Herausforderer aber zumindest für eine farbliche Veränderung im Gesicht von Klitschko. Nach der vierten Runde hatte der Titelträger sogar ein kleines Cut am rechten Auge. In der Mitte des einseitigen Kampfes taute Johnson zeitweise auf und versuchte, Klitschko mit seinen Schlägen zu beeindrucken. Seine rechte Schlaghand packte der US-Amerikaner aber in allen zwölf Runden nicht einmal aus.
Johnson erlebt den Schlussgong
Trotz der klaren Führung war Trainer Fritz Sdunek nicht komplett zufrieden und bemängelte die mäßige Beinarbeit seines Schützlings. Zudem gefiel Sdunek nicht, dass Klitschko immer wieder die Distanz verließ und bei seinen Schlägen nicht stabil stand. Deshalb verpufften auch klarere Treffer des Ukrainers. In den letzten beiden Runden war dann aber deutlich zu spüren, dass Klitschko den Kampf unbedingt vorzeitig beenden wollte. Jetzt kam auch die gefürchtete Rechte mehrfach durch, ohne den US-Amerikaner zu erschüttern. Nach dem Gong lieferten sich die beiden Kämpfer dann noch ein verbales Duell - immerhin etwas Unterhaltung für die vielen Boxfans in der Eishalle von Bern. Im zwölften Durchgang machte dann der Weltmeister auch noch die Mätzchen von Johnson mit. Zu Boden schicken konnte er ihn aber nicht.
Herausforderer Johnson war nach dem Kampf trotz der Niederlage nicht unzufrieden. "Es war gar kein richtig harter Kampf. Ich sehe ja immerhin besser aus als er", sagte Johnson und legte nach: "Ich habe doch nur 90 Prozent gezeigt. Und dass er einen Cut bekommt, hatte ich ja versprochen. Jetzt gehe ich trainieren und vielleicht kann ich ja noch einmal gegen ihn boxen. Ich habe heute technische Probleme gehabt und eine kleine Verletzung. Ich konnte aber der zweiten Runde den Jab nicht mehr richtig bringen."
Boxwelt will Kampf gegen Haye
Nach diesem eher schwächeren Kampf ließ Klitschko zunächst noch offen, wann er wieder in den Ring steigen wird. In diesem Jahr hatte der 38-Jährige immerhin drei Titelverteidigungen bestritten. Der von der Boxwelt erhoffte Kampf gegen WBA-Titelträger David Haye soll aber möglichst im kommenden Jahr stattfinden. Ein echter Weltmeisterschafts-Knaller wäre den Fans auch zu wünschen.
Stand: 13.12.2009, 10:44
Samstag, 13.03.2010
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