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19.03.2010 | 11.46 Uhr

Boxen

Boxevent in Berlin

Povetkin kämpft Chambers nieder

Schwergewichtler Alexander Povetkin bekommt den ersehnten WM-Kampf. Im letzten Ausscheidungskampf, dem "Final Eliminator", gewann der 28-jährige Russe am späten Samstagabend (26.01.2008) gegen Eddie Chambers (USA). Nach hochklassigen zwölf Runden stand Povetkin als Punktsieger fest. Auf einen baldigen WM-Kampf kann auch Sebastian Sylvester hoffen. Der Greifswalder verteidigte seinen EM-Titel überzeugend.

Povetkin; Rechte: ARD Lupe groß

Povetkin war nach dem Kampf erschöpft: "Es war viel schwerer als früher. Vielleicht habe ich meinen Gegner unterschätzt."

Alexander Povetkin darf nach nur zweieinhalb Jahren und 15 Kämpfen im Profilager um einen WM-Gürtel boxen. Gegen den Ukrainer Waldimir Klitschko, falls dieser am 23. Februar seinen WM-Vereinigungskampf gegen Sultan Ibragimov gewinnt. Povetkin besiegte Eddie Chambers in einem kräftezehrenden und dramatischen Kampf einstimmig nach Punkten. Der Sieger war anschließend so kaputt, dass er sich kaum freuen konnte. "Natürlich war das ein schwerer Fight. Technisch vor allem. Es war ein komplizierter Fight. Aber ich habe klar nach Punkten gewonnen. Trotzdem war es viel schwerer als früher. Vielleicht habe ich meinen Gegner unterschätzt", sagte Povetkin.

Starker Auftakt des US-Amerikaners

Beide Boxer begannen hochkonzentriert. Chambers sicherte sich mit zwei, drei blitzschnellen Händen zum Kopf die erste Runde. Povetkin versuchte seinerseits, die Deckung des US-Amerikaners durch Körpertreffer nach unten zu ziehen. Dies gelang aber nicht überzeugend, obwohl der Russe unheimlich viel schlug. Auch in den Runden zwei und drei zeigte Chambers seine unheimliche Explosivität. Die rechte Schlaghand des 25-Jährigen war für den teilweise planlos anrennenden Povetkin einfach nicht zu sehen. Unter dem linken Auge des Russen bildete sich bereits eine dicke Beule.

Povetkin meldet sich zurück und siegt

Eddie Chambers (re.) und Alexander Povetkin; Rechte: boxen.com Lupe groß

Eddie Chambers (re.) hatte zu Beginn des Kampfes die besseren Szenen

Ab der vierten Runden stellte sich der Schützling von Trainer Valery Belov besser auf den US-Boxer, der mit 30 Siegen in 30 Profikämpfen nach Berlin gereist war, ein, setzte immer wieder Kombinationen, die nun auch das Ziel fanden. Chambers kam kaum zum Luftholen und sein Vorsprung schmolz zusehends. Doch der 25-jährige US-Amerikaner meldete sich in Durchgang acht eindrucksvoll zurück. Mit einem Aufwärtshaken und einer krachenden Rechten schickte Chambers den Russen in die Ecke.

Das war das Zeichen für Chambers, der nun wieder deutlich den Kampf diktierte. Povetkin war jedoch längst nicht geschlagen, griff weiterhin pausenlos an. Die klareren Treffer waren auf Chambers' Seite. Nach zehn Runden hatte keiner der beiden Boxer einen Vorteil auf seiner Seite. Dann drehte der Russe im Schlussdurchgang noch einmal auf, während beim US-Amerikaner nicht mehr viel ging. Am Ende sahen die drei Punktrichter Ex-Olympiasieger Povetkin vorn - das deutliche Urteil (119:109, 116:112, 117:111) zu Gunsten des verdienten Siegers war allerdings nicht ganz nachzuvollziehen.

Sylvester: Überzeugende Titelverteidigung

Deutlich weniger spannend war der Europameister-Kampf von Sebastian Sylvester. Der Greifswalder verteidigte seinen Titel gegen den französischen Herausforderer Francois Bastient klar und deutlich. Am einstimmigen Votum der Punktrichter, die Sylvester 118:109, 119:108 und 120:108 vorn sahen, gab es nichts zu deuteln.

Sebastian Sylvester (li.); Rechte: ARD Lupe groß

Sebastian Sylvester (li.) ließ gegen Herausforderer Francois Bastient nichts anbrennen

Der 27-jährige Sylvester bestimmte den Fight gegen seinen ein Jahr jüngeren Gegner von Beginn an. Der Mecklenburger kämpfte sicher aus der Distanz, setzte überlegte Treffer und überzeugte mit einer taktisch klugen, disziplinierten Vorstellung. Bastient wirkte hilflos, seine Versuche landeten immer wieder in der Deckung. In der achten Runde sah es nach einem vorzeitigen Ende des Kampfes aus, Bastient musste angezählt werden.

Doch der Franzose fing sich wieder, Sylvester fuhr das Tempo herunter und erfüllte stattdessen die Vorgabe seines Trainers Hartmut Schröder: "Lass nichts mehr anbrennen. Wir wollten zwölf Runden und die kämpfen wir jetzt auch." Sein Schützling, der den 28. Sieg im 30. Profikampf feierte, sagte nach dem Kampf: "Ich bin mit diesem Kampf zufrieden. Wichtig war, dass ich über zwölf Runden gegangen bin. Die Konzentration hat gestimmt, und die Linke kam auch."

Stand: 27.01.2008, 03:18

 

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