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Deutsches Team

Die DFB-Spieler in der Einzelkritik

Umbau mit Sinn und Verstand

Von Johannes Herold

Nach dem zurecht kritisierten Auftreten der deutschen Mannschaft haben Joachim Löw und Hans-Dieter Flick mit einem genialen Umbau das Team wieder in die Erfolgsspur gebracht. Die Spieler in der Einzelkritik.

Jens Lehmann: Der Torwart war der starke Rückhalt des deutschen Teams, der sich gegen Portugal nicht einmal den klitzekleinsten Fehler leistete. Sicher in der Luft, exaktes Timing beim Herauslaufen, beinahe unüberwindbar auf der Linie. Chancenlos bei den beiden Gegentreffern.

Abwehr

Philipp Lahm: Auf der linken Seite ist der kleine Bayernspieler nicht mehr wegzudenken. Konnte die Vorstöße seines portugiesischen Pendants Bosingwa zwar nicht komplett unterbinden, arbeitete bei aller Defensivarbeit gut nach vorne und war fester Bestandteil der soliden Abwehrkette.

Christoph Metzelder: Steigerte sich im Verbund mit den Mannschaftskollegen gegenüber den vorangegangenen Spielen. In der Innenverteidigung stark, holte zudem mit couragiertem Vorstoß den Freistoß zum 2:0 heraus.

Per Mertesacker: In der Viererkette ist der Bremer unter besonderem Beschuss und praktiziert weiter sein beinahe körperloses und definitiv regelgerechtes Spiel. Schnelles Passspiel der Gegner grätscht bisweilen in Mertesackers behäbiges Bewegungsmuster und lässt den Kerl ins Hintertreffen geraten. Aufgemerkt! Er ist erst 23 und darf das.

Arne Friedrich: Was für ein grandioses Spiel gegen Cristiano Ronaldo! Der Berliner lieferte eines der besten Spiele seiner Länderspiel-Karriere ab.

Mittelfeld

Simon Rolfes: Dafür, dass der Leverkusener erst morgens von seiner Nominierung erfuhr, harmonierte er hervorragend mit Hitzlsperger und Ballack. Rolfes spielte den klassischen "Sechser" vor der Abwehr und setzte offensiv die Impulse, die Torsten Frings so sehr vermissen ließ.

Thomas Hitzlsperger: Zweiter Frings-Ersatz. War dort, wo Rolfes nicht war, und nicht dort, wo Rolfes oder Ballack waren. Grandiose Geniestreiche gelangen dem Stuttgarter zwar nicht, aber "The Hammer" trug entscheidend dazu bei, dass Portugal nicht sein gefürchtetes schnelles Spiel aufziehen konnte.

Michael Ballack: Dieser Chef ist mit einer Leistung wie gegen Portugal durch nichts zu ersetzen. Ballack setzte wichtige Impulse in der Offensive, wich auf die Flügel aus, stand in der Abwehr gegen Ronaldo & Co. Dazu machte "Balle" den entscheidenden Treffer zum 3:2. Keine Fragen mehr.

Lukas Podolski: ARD-Kommentator Steffen Simon sagte spontan: "Das 1:0 war einer der schönsten Treffer dieser EM." Recht hat er. Podolski überwand die Portugiesen mit portugiesischem, schnellen Spiel, suchte und fand Kumpel "Schweini". Mehr als eine solche Aktion braucht ein Spieler nicht, um sich unsterblich zu machen. "Poldi" sicherte aber mit überlegtem Ballhalten in der Schlussphase den deutschen Sieg.

Bastian Schweinsteiger: Dieser Mann lebt Fußball in seiner Rein-Kultur. Nach seinem Ausraster gegen Kroatien machte "Blondie" Schweinsteiger alles wieder gut. Unzählige gute Offensiv-Aktionen, ein überragend herausgespieltes und verwandeltes Tor, kein dreckiges Foul. "Wir haben für den Trainer gespielt", sagte der Mann hinterher. So ist er, der Profi.

Sturm

Miroslav Klose: Als einzige nominelle Spitze aufgeboten hatte der Bayern-Stürmer viel zu tun mit Portugals Abwehr um Star-Klärer Ricardo Carvalho. Nach endlosen 375 Minuten ohne Länderspieltor traf Miro Klose. Endlich. Den geplatzten Knoten darf man wohl trotzdem nicht erwarten. Dennoch hat Klose die Portugiesen unglaublich viel wertvolle Energie gekostet.

Einwechselspieler:

Tim Borowski: Kam für Thomas Hitzlsperger (73.) und nahm Ballacks Platz ein, der sich zurückfallen ließ. Eine gute Offensiv-Aktion.

Clemens Fritz: Ersetzte Bastian Schweinsteiger (83.) und muss sich wohl erst wieder für die Startelf empfehlen.

Marcell Jansen: Wurde für Miroslav Klose eingesetzt (89.), wahrscheinlich ohne den Anspruch, den Bayern-Goalgetter zu ersetzen. Ist und bleibt vorerst einer der Pflegefälle der EM.

Stand: 20.06.2008, 00:00

 

 

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