Zur Navigation.
Zum Inhalt.
Weitere Angebote.

Suche im Angebot von sport.ARD.de

Logo des Bayerischen Rundfunks Logo des Südwestrundfunks Logo von sport.ARD.de

Allgemein

Zeitenwende bei den Spielsystemen

Catenaccio hat fertig

Von Ernst Eisenbichler

Unfassbar für die Tifosi: Noch nie hat Italien bei einer EM drei Tore kassiert. 0:0, 1:0, im schlimmsten Fall mal ein 0:1. Die Defensivstrategie garantierte meist knappe Ergebnisse - bis Montag. Beim historischen 0:3 gegen die Niederlande lautete die Diagnose für den Catenaccio: Totalversagen.

Ein ähnliches Turnier-Desaster für die Azzurri gab es eigentlich nur bei der 1:4-Pleite im WM-Finale 1970 gegen Pelés Brasilien. Damals war der italienische Catenaccio gerade sprichwörtlich geworden. Inter Mailands Trainer Helenio Herrera etablierte das System, das sich von catena ableitet, dem italienischen Wort für Kette. Unüberwindbar war dieses Riegelsystem jedoch bereits damals nicht. Aber es bedurfte schon Ausnahmespielern wie Pelé, die mit technisch anspruchsvollem Kombinationsfußball das vermeintlich uneinnehmbare Bollwerk aushebeln konnten - wenn's sein musste, auch mehrmals pro Spiel.

Mit schnellem Kombinationsspiel zum Erfolg

Fabio Cannavaro; Rechte: dpa Bild großQuasi ein Sinnbild: Italiens Fußball geht an Krücken.

Schnelle Kombinationen - das war am Montagabend auch das Rezept der Niederländer. Beispielhaft das aus einem Konter entstandene 2:0: Giovanni van Bronckhorst überbrückte mit einem weiten Pass das halbe Spielfeld, Dirk Kuyt flankte kurz in die Mitte, Hollands überragender Spielmacher Wesley Sneijder hielt die Fußspitze hin - und der Ball rauschte vorbei an Italiens Torhüter Gianluigi Buffon ins Netz. Mit drei Stationen sprengte Oranje die Kette. Das ging alles derart schnell, dass auch sonst so sichere Verteidiger wie Gianluca Zambrotta wie begossene Pudel da standen. Zugegeben, eine Rolle spielte auch, dass offenbar einige der zahlreichen Azurri-Akteure über 30 dem hohen Tempo des Gegners nicht folgen konnten.

Italien wurde immer wieder von derartigen Vorstößen überrascht, die Niederlage hätte auch höher ausfallen können. Die Holländer waren immer einen Schritt schneller, geistig beweglicher - und immer offensiv ausgerichtet.

Offensive ist Trumpf

Bondscoach Marco van Basten lässt offenbar - nach einem defensiven Intermezzo - seine Holländer wieder das spielen, was sie am besten können: offensiv. Damit liegt er im Trend. Zwar holten bei der EM 2004 mit Griechenland und bei der WM 2006 mit Italien am Ende nicht unbedingt die Erfinder des Offensivgeistes den Titel. Dennoch hatte sich schon bei der letzten Euro abgezeichnet, dass sich bei großen Fußballnationen wie Portugal, Tschechien oder Frankreich der Drang nach vorn durchsetzte, bei der WM 2006 galt das dann auch für Deutschland. Der Catenaccio hat weitgehend ausgedient.

Der Trend setzt sich offenbar auch bei dieser EM fort: Portugal, Deutschland, Niederlande - die Teams, die "Power-Fußball" zeigten, setzten sich bislang durch. Mal sehen, ob's so weitergeht ...

Stand: 10.06.2008, 11:54

 

 

Beiträge auf sport.ARD.de vom FEBRUAR 2010
MoDiMiDoFrSaSo
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
Beiträge auf sport.ARD.de vom MÄRZ 2010
MoDiMiDoFrSaSo
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031    

Aus der Mediabox:

01.07.2008
Spanien feiert den Europameister
Spanische Spieler am Flughafen; Rechte: dpa 10 Bilder
30.06.2008
Euphorischer Empfang für Jogis Jungs
Fans in Berlin; Rechte: dpa 51:21 min | EURO live
30.06.2008
Die Tops und Flops der Euro
Österreichs Ex-Coach Josef Hickersberger; Rechte: dpa 3:38 min | Euro 2008
Ihre Euro-Bilder
Alpenmosaik-Screenshot; Rechte: sport.ARD.de

Das "Alpenmosaik"

Witzige Schnappschüsse, schräge Fotos - schicken Sie uns Ihr schönstes Euro-Bild! [mehr]

Euro-Notizen
Monica Lierhaus und Manfred "Manni" Breuckmann; Rechte: WDR

Das ARD-Sportblog

Persönliche Eindrücke aus dem ARD-Team rund um die Euro 2008 [mehr]

Die ARD ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.
>Standort:
© BR/SWR 2010